Erklärungen elektronischer Buchungsysteme sind nach menschlichen Maßstäben zu messen

Es könnte so einfach sein: Sie buchen und erhalten eine Bestätigung über die Buchung – in den meisten Fällen funktioniert dies auch. Nicht aber im vom BGH unlängst entschiedenen Fall (Urt. v. 16.10.2012 – X ZR 37/12). Hier wurde bei einem Luftfahrftunternehmen, neben einer benannten Person, ein Ticket für den „noch unbekannten“ Passagier gebucht und bezahlt. Das Ticketsystem bestätigte diese Buchung. Das Unternehmen sah in dem späteren Versuch der Angabe des Namens aber eine nicht mögliche Umbuchung – im Ergebnis reiste der Fluggast dann alleine und klagte die Kosten für das zweite Ticket ein.

Der BGH gab ihm recht: Eine durch ein Buchungs- oder Bestellsystem generierte Nachricht ist so auszulegen, wie ein Mensch sie nach Treu und Glauben und der Verkehrssitte verstehen darf. Welche Wirkungen das System den Eingaben zuweist, ist demgegenüber ohne Bedeutung.

Eine interessante und wichtige Botschaft: Nicht der Mensch muss sich nach den Maschinenvorgaben (und dessen Verständnishorizont) richten, sondern derjenige, der sich eines Systemes bedient, muss dieses so ausrichten, dass es den menschlichen Kommunikationsformen entgegenkommt. Richtig so!

von Peter Kath

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